Ladyfest Trier

Das autonome feministische Frauen- und Lesbenreferats des AStA der Karl Marx Universität lädt vom 13.-15. August zum Ladyfest in Trier.

Unter einem Ladyfest versteht mensch ein queerfeministisches Festival, das gefüllt ist mit Vorträgen, Workshops, Filmen, aber auch Partys und Konzerten. Und genau das machen wir auch! Die Wurzeln von Ladyfesten liegen in der Riot-Grrrl-Bewegung der 1990er Jahre. Im Jahr 2000 fand das erste Ladyfest in Olympia, USA, seitdem folgten weitere in den USA, Europa, Australien und auch Asien. Und ja, jetzt auch (wieder) in Trier! Das Ladyfest Trier findet vom 13.-15. August in der Tuchfabrik statt, ein ganzes Wochenende

Das Programm und weitere Infos findet ihr hier: www.ladyfest-trier.de

Festival contre le racisme

In der Woche vom 7.-11. Juni organisiert das Referat für Antirassismus, Antifaschismus und Antidiskriminierung eine Veranstaltungsreihe im Rahmen des festival contre le racisme.

* Montag, 07. Juni 2010, 20:30 Uhr in HS2
Filmvorführung: Ein Augenblick Freiheit

Ein Film über iranische Menschen auf ihrer beschwerlichen Flucht nach Europa

* Dienstag, 08. Juni 2010, 18:00 Uhr in B21
Vortrag: Europa von rechts – Eine Bestandsaufnahme über die extreme Rechte in Europa

von Jörg Kronauer mit Unterstützung des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland
In Kooperation mit dem Referat ausländischer Studierender

* Mittwoch, 09. Juni 2010, 18:00 Uhr in B21
Vortrag: Antikapitalismus von rechts – über die Nationalisierung der sozialen Frage

von Jan Henning Schmitt mit Unterstützung des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland

* Donnerstag, 10. Juni 2010, 18:00 Uhr in A8
Vortrag: Frauen in der extremen Rechten – Eine Bestandsaufnahme

von Kerstin Reichel dem autonomen feministischen Frauen- und Lesbenreferat

* Freitag, 11. Juni 2010
Grillen gegen Deutschland!

Ein antinationaler Grillabend zum Abschluss
Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben

Hello Stadtrat, hier spricht die Antifa

Nur ein Randproblem?

Im Zuge des Antrags „Toleranz konsequent umsetzen“ , der in der Stadtratssitzung am 11. Mai diskutiert werden soll, ist eine Debatte über den Umgang bzw. Nicht-Umgang mit Nazis in Gestalt der NPD im Stadtrat entbrannt. Das Papier, dass von SPD, Grüne, UBM und der Linken, getragen wird, soll ein klares Zeichen gegen „rechtsextremistische“ Umtriebe sein und der Eindämmung von rechten Straftaten in Trier dienen. Immerhin der Versuch einer bislang ausgebliebenen Auseinandersetzung des Stadtrats mit dem Wahlerfolg der NPD, bei den Kommunalwahlen im vergangenem Jahr. Die ersten, eher symbolischen und längst überfälligen Schritte zu einem adäquaten Umgang mit Nazis in Trier, sind der örtlichen FDP und insbesondere der CDU wohl schon zu viel.

So äußert sich Gilles, Fraktionschef der FDP, diese Aufmerksamkeit könne den Nazis dienen und der Fokus solle doch auch auf die „Gefahr des Linksextremismus“ setzten. Wie ein Konzept, dass der Toleranz und Weltoffenheit dienen soll, den Nazis einen Nutzen einbringen kann bleibt jedoch offen. Außerdem finden wir es bemerkenswert, wie man im gleichen Atemzug ein Konzept gegen Nazis ablehnen und eines gegen „Linksextremismus“ fordern kann. Lehnt sich diese Äußerung doch dem Bild der sogenannten „Extremismustheorie“ an. In dieser wird die Vorstellung einer demokratischen Mitte, frei von rassistischen, sexistischen, homophoben, antisemitischen und anderen menschenverachtenden Einstellungen propagiert. Diese Einstellungen wären nach dieser Theorie nur im „rechtsextremistischen“ Lager zu finden. „RechtsextremistInnen“ werden als abgekoppelte Bevölkerungsgruppe angesehen, die sich am Rand der Gesellschaft bewegen. Oft wird sie als Jugend- und Gewaltproblem abgetan und damit relativiert. Darüber hinaus ist die Vorstellung, dass die demokratische Mitte frei von Elementen der Nationalsozialistischen Ideologie, ist vielfach widerlegt. Dazu verweisen wir auf die Leipziger Forscher Decker & Brähler und Wilhelm Heitmeyer, nach denen Rassismus, Antisemitismus, völkischer Nationalismus, autoritäre Ordnungsvorstellungen und sexistische Rollenzuweisungen, für weite Teile der Bevölkerung konsensfähig sind, unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, Einkommensverhältnissen oder Parteipräferenz also quer durch die Mitte der Gesellschaft.
Die Gleichsetzung der FPD von links und rechts ignoriert inhaltliche Positionen und Einstellungen, die faktisch grundlegend verschieden sind. Dadurch werden insbesondere menschenverachtende Einstellungen in der Tradition des Nationalsozialismus relativiert.

“Ohne die Massendemos wäre die NPD nicht in den Stadtrat gekommen”

Der hier unterstellte Zusammenhang, dass antifaschistisches Engagement neonazistisches Gedankengut fördert ist falsch. Die von Adams (Fraktionsvorsitzender der CDU) geäußerte Stellungnahme führt zu einer Kultur des Totschweigens. Eine notwendige inhaltliche Analyse der Nazi-Positionen bleibt aus und es folgt eine pure Ausgrenzung, die wieder in der „Extremismustheorie“ seine Wurzeln findet. Durch Ignoranz der NPD soll deutlich gemacht werden, dass diese Partei nicht demokratisch ist.
Eine kritische Auseinandersetzung mit Inhalten und Ideologie der NPD ist notwendig um deren menschenverachtendes Weltbild aufzuzeigen und deutlich Stellung dagegen zu beziehen. Ignoranz führt auf Dauer zur „Normalisierung“ und damit zur Akzeptanz von neonazistischer Ideologie. Daneben dürfen wir aber auch nicht die potenziellen Opfer vernachlässigen. So ist es unverantwortlich Menschen, die wegen schwerer Körperverletzung angeklagt werden, zu ignorieren. Opfer rechter Gewalt alleine zu lassen und zusätzlich mit solchen Aussagen zu verhöhnen, lehnen wir ab.

Für uns kann es nur einen Weg geben: menschenverachtende Einstellungen und deren Befürworter müssen konsequent benannt werden. Gleichzeitig sehen wir die einzige Möglichkeit darin, die Zustände in denen Neonazis Fuß fassen können zu analysieren, zu kritisieren und sie schlussendlich zu überwinden. Neben dem aktiven antifaschistischen Widerstand ist eine linke Gesellschaftskritik notwendig. Den Verhältnissen, die Nazis einen Nährboden liefern, gilt es entschieden entgegenzutreten.

Autonome Antifa Trier [AAT]
April 2010

NS-Kunst und wie man damit nicht umgeht (am Beispiel Wittlich)

„Die Erfahrung der eigenen Unterdrückung durch das menschenverachtende Nazi-Regime haben ihn ein Leben lang geprägt. Das, war er erlebt hatte und was andere durch Deutsche erleiden mußten, haben ihn veranlaßt, politische Prozesse im Nachkriegsdeutschland mit höchster kritischer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Wenn der Demokratiedefizite oder gesellschaftspolitische Fehlentwicklungen erkannte, nahm er kein Blatt vor den Mund. In seiner rigorosen, moralistischen und oft auch bissigen Art legte er sich mit Parteien, Verbänden und auch der Kirche an. Das brachte ihm nicht nur Anerkennung, Freunde und Mitstreiter ein.“
http://www.wittlich.de/kultur/museum/meistermann.htm

Diese Beschreibung des Künstlers Georg Meistermann (1911-1990) findet man auf der Wittlicher Stadtseite. Eigentlich ein eindeutiges Statement gegen das ehemalige Nazi-Regime und alles was damit in Verbindung steht, sollte man meinen. Zumal Meistermanns Kunst von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt und ab 1933 ein Ausstellungsverbot für seine Kunst verhängt wurde. Nicht in Wittlich. Hier tobt schon seit geraumer Zeit eine Debatte um den „Blut-und-Boden-Künstler“ Hanns Scherl (1910-2001) , dem zu Ehren Mitte Mai eine Ausstellung seiner Werke im Georg-Meistermann-Museum in Wittlich zu seinem 100. Geburtstag statt finden soll. Scherl war ab 1938 Mitglied der NSDAP und Oberscharführer in der Hitlerjugend. „Im Dritten Reich kam er (Scherl) recht gut an und erhielt Aufträge, so für ein Hitler-Porträt im Wittlicher Kreishaus.“ so der ehemalige Trierer Museumsdirektor Dieter Ahrens. Im Wittlicher Tagesblatt vom 12.11.1938 bezeichnet er seine Kunst als zum „Fanatismus verpflichtende Mission“. Außerdem konnte man am 26.03.2010 folgendes im Kölner Stadtanzeiger erfahren:

„Für den Entwurf und die Holzschnitte des Buches „Der Opferring des Kreises Wittlich“ zeichnet verantwortlich „Bildhauer H. Scherl.“ In einer einleitenden Widmung heißt es: „Dem Führer zum Geburtstag im Jahr der rheinischen Freiheit 1936.“ Unter einem Holzschnitt, der ein sehniges Bauernpaar zeigt, welches sich über die Ackerfurche beugt, steht geschrieben: „Die Treue zu Scholle, Blut und Sitte ist der Eifelmenschen tiefster Wesenszug.““
http://www.ksta.de/html/artikel/1264186008349.shtml

Die große Kritik der Veranstaltung unter den derzeitigen Bedingungen, die sogar soweit reicht, dass die Erben Georg Meistermanns juristische Schritte einleiten wollen um den Namen des Museums zu ändern, falls die Ausstellung dort statt findet, scheint den Wittlicher Bürgermeister Rodenkirch nicht zu beeindrucken. Er zeigt sich zwar gesprächsbereit, hält aber weiter an den Plänen fest, die Werke von Hanns Scherl im Meistermann-Museum auszustellen.

Warum die Ausstellung ausgerechnet in einem Museum statt finden muss, das nach einem entschiedenen Nazi-Gegner benannt wurde, ist uns ein Rätsel, das wohl nur die örtliche CDU lösen kann, die 2007 den Antrag zu dieser Ausstellung stellte. Den Georg-Meistermann-Preis, der zur Förderung von Demokratie und Meinungsfreiheit vergeben wird, scheint man dabei auch zu vergessen.
Auf einen anderen Ort auszuweichen, die Ausstellung kritisch zu begleiten und die Vergangenheit Scherls zu beleuchten sind unsere Forderungen um angemessen mit diesem Thema zu verfahren.

Autonome Antifa Trier

Links zum Thema:

http://www.ksta.de/html/artikel/1264186008349.shtml

http://www.swr.de/mediathek/audio-radiowelt/swr2/-/id=4810924/did=6200848/pv=mplayer/vv=popup/nid=4810924/h88328/index.html

http://www.ksta.de/html/artikel/1264186008941.shtml

8. Mai Wiesbaden – Wer nicht feiert hat verloren!

Naziaufmarsch in Wiesbaden am 8.Mai Verhindern!

Nazis blockieren – Keinen Schritt weit am 8. Mai

Am 8. Mai 2010 feiern wir den 65. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Zu verdanken ist die militärische Niederzwingung Deutschlands den Westalliierten und der Sowjetunion, deren Präsenz nach dem Krieg von Beginn an auf massiven Widerstand innerhalb der deutschen Bevölkerung stieß.

Die Stationierung – insbesondere der US-Streitkräfte – wurde und wird in großen Teilen der Gesellschaft von antiwestlichen, antiamerikanischen Ressentiments („Yankee go home!“) begleitet.
Die Verlegung des europäischen Hauptquartiers des US-Militärs nach Wiesbaden stößt auf wenig Gegenliebe – dessen sind sich auch die Nazis bewusst und rufen symbolträchtig am 8. Mai 2010 zum Protest gegen die „Besatzung“ durch die Amerikaner auf.
Wer Befreier zu Besatzern verklärt, verkennt nicht nur die historische Leistung des amerikanischen Militärs zur Befreiung Europas vom expandierenden nationalsozialistischen Terror, sondern inszeniert Deutschland zum Opfer angloamerikanischer Fremdbestimmung.
Der Verklärung der Befreier zu Besatzern ist die Konstruktion eines Deutschlands immanent, das einer nationalen Entmündigung unterliege.

Dem treten wir entgegen – Entschieden gegen Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus, gegen die Stilisierung der deutschen Volksgemeinschaft zum kollektiven Opfer, gegen die geistigen Enkel der antisemitischen und völkischen Vernichtungsideologie.
Dem Versuch der Nazis am 8. Mai durch Wiesbaden zu laufen, ist mit aller Kraft entgegenzuwirken. Der Aufmarschversuch der Nazis muss zum Desaster werden.

Hakenkreuz-Schmierereien


In einer Unterführung, in der Nähe der Kaiserthermen, wurden mehrere Graffiti mit Hakenkreuzen beschmiert.

„Endlich wird die Arbeit knapp…Kapitalismus Abschaffen!“

Endlich wird die arbeit knapp

Am 30.04.2010 findet eine Demonstration unter dem Motto „Endlich wird die Arbeit knapp…Kapitalismus Abschaffen!“ in Frankfurt/Main statt. Organisiert wird diese Veranstaltung vom antikapitalistischen Krisen-Bündnis aus Frankfurt. Den Aufruf und viele weitere interessante Termine findet man unter krise.blogsport.de

Bedienungsanleitung für den Trierer Stadtrat

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Grenzwertig” vom Multikulturellen Zentrum Trier befindet sich ein Interview mit Mathias Worsching vom Verein für Demokratische Kultur (vdk) und ein Interview mit Mathias Brodkorb, der für die SPD im Schweriner Landtag sitzt. Sie berichten von ihren Erfahrungen im Umgang mit Rechtsextremen in Parlamenten und kritisieren das Vorgehen des Trierer Stadtrats im Umgang mit Safet Babic.

Die Zeitschrift ist unter folgendem Link abzurufen:
Grenzwertig Nr. 2

Zugtreffpunkt – Zweibrücken

Um eine geschlossene Anfahrt zu den antifaschistischen Akionen in Zweibrücken zu ermöglichen, gibt es einen Zugtreffpunkt:

13.3.2010 um 7:15 Trier Hbf (Abfahrt 7:30Uhr Gleis 11 Süd)

Prozess gegen Safet Babic noch in diesem Halbjahr

Laut einer Meldung des Trierer Nachrichtenportals 16vor, soll der Prozess gegen Safet Babic wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Volksverhetzung noch im ersten Halbjahr 2010 statt finden. Der genaue Termin stehe noch nicht fest.
Wir rufen alle AntifaschistInnen dazu auf, an dieser Verhandlung als ProzessbeobachterInnen teilzunehmen.

Haltet die Augen und Ohren offen und gebt gegebenenfalls Informationen an uns weiter. Die Adresse findet ihr unter “contact”.
Die Meldung von 16vor findet ihr hier:

Noch kein Termin für NPD-Prozess