Am 10. Oktober 2011 demonstrierte die NPD Trier „spontan“ gegen eine Veranstaltung der Linkspartei mit Gregor Gysi im Warsberger Hof. Etwa 10-15 Neonazis versammelten sich gegen 18 Uhr auf dem Nikolaus-Koch-Platz. Hier ließ der lokale NPD-Chef Safet Babic seinen üblichen Sermon verlauten. Publikum war, außer einigen Polizist_innen und wohl eher zufällig an einer nahe gelegenen Bushaltestelle wartenden Passant_innen, nicht anwesend.

Gegen 19 Uhr sammelte sich eine Gruppe von Antifaschist_innen am Warsberger Hof, um sodann zum Nikolaus-Koch-Platz zu ziehen. Just dort angekommen, setzte sich auch die NPD, mit Fackeln ausgestattet, in Bewegung, was zur absurden Situation führte, dass die Antifaschist_innen vor der Nazidemo herliefen. In der Dietrichstraße kam es dann zu einem Blockadeversuch. Allerdings gelang es der sichtlich überraschten Polizei, die Kette zurück zu schieben und schließlich in eine Seitenstraße abzudrängen. Die Neonazis blieben schließlich an der Kreuzung Dietrichstraße / Frankenturm stehen und Babic hielt wieder, inhaltlich als auch akustisch, weitgehend unverständliche Reden. Begleitet die ganze Zeit unter lautem Rufen und Gelächter der inzwischen auf 30-40 Personen angewachsenen antifaschistischen Gruppe.

Um 20 Uhr setzte sich die NPD-Versammlung wieder in Bewegung und zog direkt vor den Haupteingang des Warsberger Hof, wo man erfolglos Einlass zur gerade beginnenden Veranstaltung mit Gregor Gysi verlangte.

Fazit

Auch wenn die NPD aufgrund des Polizeikessels und des antifaschistischen Protests keine direkte Außenwirkung entfalten konnte, und die Versammlung so wohl primär der Bespassung des eigenen dutzend Leute diente, kann der Tag nicht als antifaschistischer Erfolg gewertet werden.

Die geringe Mobilisierungszeit, die mangelnde Entschlossenheit und die allgemeine Planlosigkeit was am besten zu tun sei, ermöglichte einen reibungsloseren Ablauf der NPD Demo als es nötig gewesen wäre. Insbesondere die am Anfang herrschende Überforderung der anwesenden Polizist_innen hätte weitergehenden antifaschistischen Protest erlaubt. Darüber hinaus ist es sicher bedenklich, dass es in Trier scheinbar ohne Probleme für Nazis möglich ist eine linke Veranstaltung – von der man halten mag was man will – zu stören, indem schlichtweg unter Polizeischutz der Hauptzugang zur Veranstaltung zu blockieren. Hier zeigt sich wieder einmal, dass das Ordnungsamt Trier, allen voran sein Leiter Herr Rosenkränzer, seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.