Unter dem Motto „Stahlhart für soziale Gerechtigkeit – Volkssolidarität kontra Kapitalherrschaft“ versammelte sich die NPD-Trier am Samstag den 17.März 2012 mit ca. 35-40 Neonazis, um gegen die Schließung des Stahlwerks in Trier zu demonstrieren. Bereits am 14. Februar 2012 hatte die NPD eine Aktion vor den Werkstoren des Stahlwerks organisiert.

Die teilnehmenden Neonazis sind überwiegend der NPD Trier und deren Umfeld, der „Kameradschaft Zweibrücken“, der „Sturmdivision Saar“
und den „Freien Nationalisten Euskirchen“ zuzurechnen. Sie versammelten sich gegen 14 Uhr am Hauptbahnhof, um von dort aus ihre Demonstration bis zum Simeonsstiftplatz zu beginnen und auf nachrückende KameradInnen zu warten.

Am Bahnhof verlies dann Markus Walter von der NPD Pirmasens über die Anlage des aus Pirmasens stammenden Lautsprecherwagens die Auflagen und übergab danach das Wort wieder an Safet Babic. Anschließend setzte sich die Demonstration der NPD in Richtung Simeonsstiftplatz und Porta Nigra in Bewegung. Die Spitze des Demonstrationszugs bildete die „Kameradschaft Zweibrücken“, die zusammen mit drei Neonazis und eigenem Fronttransparent die erste Reihe der Demonstration stellten.

Nach der kurzen Aufmarschstrecke, die ausschließlich über die Theodor-Heuss-Allee führte und vom ständigen Reden Safet Babics begleitet wurde, folgte die erste Zwischenkundgebung auf dem Simeonsstiftplatz, auf der sieben Rebeiträge gehalten wurden. Die zahlenmäßig weit überlegenden GegendemonstrantInnen, die sich am Balduinsbrunnen am Rande der NPD-Demonstration, der Porta Nigra und dem Simeonsstiftplatz versammelt hatten, störten dabei durch laute Rufe und Sprüche die Redebeiträge der Neonazis erfolgreich. Nach der Zwischenkundgebung und einem kurzen Einspielen der Nationalhymne, setzte sich die Demonstration wieder in Richtung des Hauptbahnhofs in Bewegung.

Auf Höhe des Multikulturellen Zentrums, dass in Trier vor allem durch antirassistische Aufklärungsarbeit und Flüchtlingshilfe bekannt ist, hielten die Neonazis erneut eine Zwischenkundgebung ab. Safet Babic, der das Multikulturelle Zentrum schon auf früheren Demonstrationen immer wieder angegriffen hatte, nutzte auch diesen Moment in direkter Nähe des Gebäudes, um seinen Hass gegenüber den Menschen zum Ausdruck zu bringen, die sich in der Region gegen Rassismus und Ausgrenzung engagieren. Am Bahnhof angekommen, endete die Demonstration, die die Neonazis dann in kleinen Grüppchen verließen.

Fazit:
Aufgrund großräumiger Absperrung durch Polizei und Ordnungsamt erreichte die Demonstration nur wenige außenstehenden Personen und AnwohnerInnen. Leider führte dies auch dazu, dass es deutlich weniger GegendemonstrantInnen als in der Vergangenheit waren. Deren Aktivitäten beschränkten sich somit auch nur auf störende Rufe, anstatt auf Versuche, den Aufmarsch zu verhindern. Safet Babic, der in den vergangenen Tagen großspurig von einer „guten Zusammenarbeit“ mit dem Aktionsbüro Mittelrhein gesprochen hatte, konnte scheinbar auch durch diese Solidaritätsbekundungen mit der Neonazi-Gruppe, die von den Staatsanwaltschaft Koblenz als kriminelle Vereinigung eingestuft wurde, keinen größeren Mobilisierungserfolg in Trier erzielen.   Die Razzien in insgesamt über 30 Häusern und die 24 Festnahmen unter den Mitgliedern des Aktionsbüro Mittelrheins in den letzten Tagen, konnten auch an der katastrophalen Situation der NPD-Trier nichts mehr ändern. Von den 60 angemeldeten Neonazis aus ganz Rheinland-Pfalz erschienen nur etwas mehr als die Hälfte und es scheint so, als würden alle Versuche der NPD-Trier sich nach dem Stadtratsausschluß von Safet Babic zu reorganisieren, scheitern.