Am Abend des 21.12.2012 versammelten sich ca. 20 Neonazis auf dem Vorplatz des Trierer Hauptbahnhofs. Die Veranstaltung der NPD  Trier wurde von Safet Babic angemeldet. Die ursprünglich geplante  Demonstration vom Bahnhof zum Simeonstiftplatz wurde in eine stationäre  Kundgebung umgewandelt.

 

Die Nazis wollten mit ihrer Aktion auf die Bombardierung Triers durch  alliierte Streitkräfte im Jahr 1944 erinnern. Die Bombenangriffe auf  Trier und andere deutsche Städte waren Teil einer notwendig gewordenen  Kriegsführung gegen Deutschland, die ein weiteres Morden der deutschen  Nationalsozialist_innen verhindern konnten. Wie in Dresden, wo sich  jedes Jahr im Februar hunderte Neonazis versammeln, um an die  Bombardierung der Stadt im zweiten Weltkrieg zu erinnern, versuchte die NPD Trier  diesen Krieg gegen Deutschland zu instrumentalisieren und sich in der  Öffentlichkeit als Opfer des deutschen Vernichtungskriegs zu  inszenieren.

 

Zusätzlich zu den geschichtsrevisionistischen Redebeiträgen  von Safet Babic, Ricarda Riefling (NPD Bundesvorstand), Marcus Walter (stellv. Landesvorsitzender der NPD Rheinland-Pfalz), Erich Krames (NPD Kreisverband Trier) und Markus Mang (NPD  Saar) wurde Musik vom Lautsprecherwagen der Nazis abgespielt, während  diese um ihre getöteten Kameraden trauerten.

 

Gestört wurden sie dabei  von etwa 50 Gegendemonstrant_innen. Neben Parolen und Pfiffen wurden die Nazis außerdem – dem Tag angemessen – mit Papierfliegern von den Gegendemonstrant_innen beworfen Als die Neonazis den Platz gegen 20:30 Uhr wieder verlassen mussten,  erwiderte der sichtlich erboste Safet Babic die Protestrufe der  Gegendemonstrant_innen mit seinem ausgestreckten Mittelfinger und  bezeichnete die Karl-Marx-Straße als „No-Go-Area“. Dort wurde in der  Nacht vom 8. auf den 9. Dezember 2012 ein 27-jähriger Kameruner von zwei  Rockern rassistisch beleidigt und daraufhin körperlich angegriffen. Das Multikulturelle Zentrum Trier hat den Übergriff dokumentiert und eine Pressemitteilung verfasst.