Die NPD Trier führte am 8. März 2013 erneut einen Aktionstag in Trier durch. So wurden nacheinander acht Kleinstkundgebungen mit acht Nazis aus Trier und Pirmasens gehalten. Diese fanden von 11:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr in Euren, Kenn, Pfalzel, Mariahof, Trier Süd, Zewen, West und am Trierer Hauptbahnhof statt.

Als Transportmittel diente ihnen der Kleinbus von Markus Walter aus Pirmasens. Hinter Babics Taktik, die Kundgebungen erst in den „Außenbezirken“ abzuhalten, deutet sich auch gleichzeitig sein Wissen, um die Gegenreaktionen an. Er weiß, dass es ihm sonst nie gelingen könnte, in den innenstadtnahen Orten ohne Gegenprotest aufzutreten.

Dies zeigte sich auch, als die Nazis ihren Kundgebungsort an der Parkanlage in Trier Süd ansteuerten. Kaum hatten die Faschist_innen ihre Anlage aufgebaut, wurden sie von einer Überzahl Antifaschist_innen gestört. Die Reden und auch Musikbeiträge, die sich im Laufe des Tages ständig wiederholten, wurden von Anwohner_innen und Passant_innen sichtlich ablehnend aufgenommen. So gesellten sich auch mehrere Personen zu den Gegendemonstrant_innen.

Nach einer Kundgebungen in Trier Zewen sollte die so genannte „Ralley” der Nazis in Trier West weitergehen. Bei dem letzten Aktionstag konnte die NPD an der Ecke West-Apotheke stehen – das war diesmal nicht möglich. Einige Antifas waren bereits vor den Nazis am Ort und konnten daher die Kundgebung an dieser Stelle erfolgreich blockieren. Die Nazis versammelten sich die Straße aufwärts, wo jedoch die „Außenwirkung“ stark eingeschränkt war. Auch Jugendliche, denen Babic „unter Polizeischutz“ seine neuste Ausgabe der Zeitung „Pro Trier” überreichte, stellten treffend fest: „Die haben einen Schuss.” Der sichtlich zornige Babic tobte, von der Polizei beschützt.

Auch sonst war die „Stimmung” bei den Nazis schlecht wie eh und je. Das Fernbleiben ehemals „treuer Kameraden” dürfte den Übriggebliebenen den stetigen Abwärtstrend schmerzlich bewusst machen. Auch bei der abschließenden Kundgebung, welche an in einer Ecke des Vorplatzes des Trier Hauptbahnhofs stattfand, blieb die Lage weiterhin kläglich. Die schwächelnde Anlage der Nazis wie auch der Zuwachs durch einen stark alkoholisierten Nazi, „der sich zufällig am Bahnhof aufhielt“ konnte die Situation nicht verbessern. Zusätzlich übertönte die Musikanlage der Gegendemonstrant_innen jene der Faschos.

Babics „Aktionstag“ ging auch dieses mal mit Parolen der Antifas zu ende. Wie beim letzten NPD-Aktionstag fiel auch an diesem Tag das Verhalten der Polizei auf. Während es den Nazis gewährt wurde, ihre Propaganda sogar an Kinder zu verteilen, wurden Antifaschist_innen von der Polizei abgeschirmt und aktiv daran gehindert auf Passant_innen zuzugehen. Die Vorgehensweise von Polizei und Stadt, die die Nazis ignoriert bzw. gewähren lässt, ist Ausdruck von einem mangelhaften Verständnis der NPD und ihrer Taktik. Sie nutzt diese eingeräumte Freiheit, um sich noch mehr Raum für ihre Politik und Propaganda zu nehmen.

Auch an diesem Tag zeigte sich, dass wir uns beim Kampf Neonazis nicht auf Staat und Polizei verlassen sollten. Die logische Konsequenz für eine antifaschiste Politik kann nur bedeuten, uns in Zukunft noch mehr und verstärkt gegen Neonazis einzusetzen. In Trier und an jedem anderen Ort gilt es den Nazis zu zeigen, dass ihre menschenverachtenden Einstellung keinen Platz haben und nicht hingenommen werden. Dafür braucht es einen breiten antifaschistischen Widerstand, der nicht aufhört sich zu Wehr zu setzen.