Archive for Juli, 2013

Audio-Mitschnitt: „Die Extreme Rechte in Europa in Zeiten der Krise“

Donnerstag, Juli 18th, 2013

Auf Einladung der Autonomen Antifa Trier und mit Unterstützung des Antirass Referats der Uni Trier sowie dem Multikulturellen Zentrum kam Jörg Kronauer am 03.06 nach Trier um zum Thema zu reden. Nun ist auch der Mitschnitt der Veranstaltung online.

Jörg Kronauer - Die Extreme Rechte in Europa in Zeiten der Krise

In der Krise erstarkt die extreme Rechte in mehreren Staaten Europas. Parteien der extremen Rechten erzielen neue Wahlerfolge und erreichen teilweise zweistellige Resultate; rassistische Agitation führt zu neuen Gewaltwellen gegen Migrantinnen und Migranten. Der rapide Aufstieg von Organisationen wie der offen neofaschistischen Partei “Golden Dawn” in Griechenland oder “Jobbik” in Ungarn lässt beinahe
schon vergessen, dass in Ländern wie Italien, Österreich und Belgien Parteien schon seit langem Erfolge feiern, die weithin als “rechtspopulistisch” bezeichnet werden, jedoch ebenfalls klare Bezüge
zur extremen Rechten aufweisen. Der Vortrag liefert einen Überblick über die bedeutendsten Kräfte der extremen Rechten in Europa, über ihre politischen Konzeptionen und Strategien – und darüber, wie sie von der Krise profitieren.

 

Audio-Mitschnitt: „Die große Entwertung – Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursachen der Krise sind“

Dienstag, Juli 9th, 2013

Endlich online ist der Mitschnitt unserer Veranstaltung „Die große Entwertung – Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursachen der Krise sind“ mit Norbert Trenkle. Auf Einladung der Autonomen Antifa Trier und mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz stellt Trenkle sein gleichnamiges Buch am 21. Mai 2013 im Multikulturellen Zentrum vor.

Norbert Trenkle - Die große Entwertung

Die öffentliche Debatte über die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise zeichnet sich durch allgemeine Verwirrung aus: Der Volkszorn von links bis rechts macht wahlweise die »gierigen Banker« oder die »faulen Südländer« verantwortlich; die politische Klasse agiert wie ein Hobbyklempner, der hier und da ein paar Rohre flickt, während der Keller voll Wasser läuft; und die ehrlicheren Vertreter_innen der Volkswirtschaftslehre geben offen zu, dass ihre Disziplin vollkommen ratlos ist. Tatsächlich jedoch stellen sich die Ursachen der Krise, kritisch betrachtet, alles andere als rätselhaft dar. Das jahrzehntelange Aufblähen des Finanzüberbaus ist keinesfalls die Ursache der gegenwärtigen Kalamitäten, sondern stellte selbst wiederum den Versuch dar, eine fundamentale Strukturkrise aufzuschieben, die bereits in den 1970er Jahren ihren Ausgangspunkt hat. Der damals einsetzende Produktivkraftschub der dritten industriellen Revolution hat die Grundlagen der Kapitalverwertung unwiderruflich untergraben: die Vernutzung von lebendiger Arbeitskraft in der Produktion von Waren. Die Akkumulation von fiktivem Kapital an den Finanzmärkten verhalf dem kapitalistischen Weltsystem zwar noch einmal zu einem letzten großen Schub, doch der beruhte auf dem Ansaugen von zukünftigem Wert. Dieser Vorgriff auf die Zukunft stößt jetzt an seine Grenzen und es zeigt sich: Die Gesellschaft ist zu reich für den Kapitalismus.

Norbert Trenkle ist Mitglied der Gruppe Krisis und hat zusammen mit Ernst Lohoff das Buch »Die große Entwertung. Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind« (Unrast Verlag 2012) geschrieben.