Archive for the ‘Termine & Veranstaltungen’ Category

Kundgebung gegen Verschwörungswahn

Samstag, August 30th, 2014

Am 01. September 2014 findet in Koblenz eine Kundgebung gegen die neurechten Mahnwachen und den Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer statt. Dieser will am 01.09. an der Koblenzer “Montagsdemo” teilnehmen. Die Kundgebung mit dem Motto „Gegenwind dem Verschwörungswahn – Kundgebung gegen Rechts“ beginnt um 16 Uhr am Görresdenkmal in den Koblenzer Rheinanlagen. Im folgenden der Aufruf des „Aktionsbündnis gegen Rechts Koblenz“:

„Am 1. September 2014 findet in Koblenz am Rhein eine neurechte Veranstaltung statt. Hierfür hat sich der für seine antisemitschen und homophoben Aussagen bekannte Jürgen Elsässer und weitere Redner der neurechten Szene angekündigt. Bereits seit Monaten wird in Koblenz bei den sogenannten „Friedenspartys“ ein kruder Mix aus Antisemitismus, Verschwörungstheorien und Homophobie verbreitet. Dagegen hat sich das „Aktionsbündnis gegen Rechts“ in Koblenz gegründet.

Tatsächlich haben die „Friedenspartys“ oder „Friedensfeste“ mit Frieden nichts zu tun, denn auf diesen wird eine verkürzte Sicht auf die Welt vermittelt und Hass geschürt. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte die „Friedensveranstaltung“ als einer der Veranstalter die Protokolle der Weisen von Zion, eine antisemitische Hetzschrift, als schriftlichen Beweis für eingebildete jüdische Weltverschwörung heranzog. Wegen solcher Entgleisungen und massiver interner Streitigkeiten über die inhaltliche Ausrichtung beklagt die Friedensdemo zunehmend sinkende Teilnehmerzahlen. Offensichtlich versuchen die Koblenzer Veranstalter aus diesem Grund nun mit Jürgen Elsässer einen der bundesweit bekanntesten Redner der neurechten Szene an Rhein und Mosel zu bringen. In seinen Reden und Artikeln hetzt der Autor Elsässer gegen alles, was seiner Vorstellung von Familie nicht entspricht, vor allem Homosexuelle. Weiterhin liefert er einfache Antworten und erfindet Sündenböcke für die Konflikte der Welt.

Das Aktionsbündnis gegen Rechts Koblenz wehrt sich gegen diesen neuen Rechtsruck. Deswegen rufen wir für den 01.09.2014 ab 15 Uhr am Görres – Denkmal (Koblenzer Rheinanlagen) zu einer zentralen Gegenkundgebung auf. Wir erklären uns mit allen solidarisch, die mit uns demonstrieren.“

Antifa-Filmabend mit „161>88“ am 18. Juni

Sonntag, Juni 15th, 2014

Am 18. Juni 2014 zeigen wir im Infoladen (Hommerstr. 14, Trier-Süd) den Film „161>88„, eine Doku über tschechische Antifas. Der Film beginnt um 20 Uhr.

161>88

Der Film erkundet die Geschichte und Entwicklung der tschechischer Antifa-Bewegung seit Ende der 80er bis zum Jahre 2011. Die zeitnahen Aufnahmen welche mit Erinnerungen und Kommentaren von Jakub Polák, Ondřej Slačálek, John Holloway, Michal Mazel und einem langjährigen Antifaschisten ergänzt werden, führen euch durch die wichtigsten Ereignisse. Von den ersten rassistischen Morden in den 90ern, über Proteste gegen die Republikanische Partei von Miroslav Sladek, dem Kampf gegen die rassistischen Hooligans, dem Nationalen Widerstand, bis zu Antiziganistischen Unruhen welche vor kurzem ausbrachen.

24. Mai: Kundgebung – „Keine Nazis in den Stadtrat“

Freitag, Mai 23rd, 2014

Die Allianz für Antifaschismus ruft zu einer Kundgebung mit dem Motto:
„Keine Nazis in den Stadtrat – Trier braucht dich und keine Nazis“
am 24.05. ab 17.00 Uhr zur Eurener Straße, Ecke Über Brücken auf.

Am 24.05. will die NPD ab 19.00 Uhr durch Trier marschieren. Wir stellen uns gegen diese Verbreitung der menschenverachtenden Parolen durch Neonazis und ihre Relativierung des Faschismus. Wir wollen diese demagogische Hetze nicht tatenlos hinnehmen. Es ist unerträglich, wenn Neonazis und ihre Anhängerschaft ihr völkisches Weltbild in Trier verbreiten.

Wir rufen alle demokratischen Kräfte auf: Kommt zur der, von uns angemeldeten Kundgebung! Für Vielfalt statt Einfalt! Wo sich die Neonazis einmal etabliert haben, ist ein friedliches Miteinander nicht möglich.

Die faschistische NPD darf nicht toleriert werden, weder in Trier noch anderswo.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Keine Nazis in die Parlamente!

Keinen Fußbreit den Faschisten, weder in Trier noch anderswo!

Klare Absage an rechtspopulistische Stimmungsmache und Sündenbockpolitik!

15.03. – Naziaufmarsch in Koblenz verhindern!

Samstag, März 1st, 2014

Für den 15. März 2014 hat die Neonazi-Partei Die Rechte eine Demonstration in Koblenz angemeldet. Die Partei möchte sich so mit den Angeklagten im Prozess gegen das Aktionsbüro Mittelrhein (ABMR) solidarisieren. Dies kann nicht unwidersprochen bleiben!

Entsprechend finden an diesem Wochenende zwei Aktionen gegen Neonazis in Koblenz statt.

Gegenaktionen

14MARZ_PLAKATZum einen wird es am 14. März eine Vorabenddemo unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazis – Solidarität mit den Betroffenen von Rassismus und rechter Gewalt!“ geben. Diese startet um 19 Uhr am Hauptbahnhof Koblenz:

Wir las­sen uns von den Nazis nicht das Wo­chen­en­de ka­putt ma­chen, son­dern gehen gut ge­launt mit Musik auf die Stra­ße, um ge­mein­sam zu zei­gen: Schän­gel gegen Nazis und gegen Ras­sis­mus!
Wir wol­len auch auf die Di­men­si­on von rech­ter Ge­walt hin­wei­sen und wer­den uns mit den Be­trof­fe­nen von rech­ter Ge­walt so­li­da­ri­sie­ren und mit einer Schwei­ge­mi­nu­te auf sie hin­wei­sen.
Wir wol­len mit un­se­rer De­mons­tra­ti­on durch In­nen-​ und Alt­stadt auch auf den Na­zi­auf­marsch am nächs­ten Tag hin­wei­sen und die Men­schen auf­for­dern, sich an den Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten zu be­tei­li­gen.

Am 15. März findet dann eine Gegendemo des DGB mit dem Titel „Koblenz bleibt bunt!“ statt. Diese startet um 13 Uhr ebenfalls am Hauptbahnhof Koblenz:

Es ist klar: Wir wollen ihnen die Straßen von Koblenz nicht überlassen und rufen deshalb zu einer Kundgebung und einem Demonstrationszug auf.
Wir sind nicht bereit, irgendeine Form von Hetze gegen Menschen hinzunehmen. Für uns ist es auch Gewalt, wenn Angst bewusst geschürt wird und Einschüchterung gewollt ist.
Wir stehen ein für ein angstfreies und vertrauensvolles Miteinander. Wir wollen ein buntes und lebensfrohes Koblenz, in dem alle sein können.

Anreise

Es wird am 15. März eine gemeinsame Anreise aus Trier geben. Achtet hier oder auf Facebook auf entsprechende Ankündigungen. Alerta antifascista!

Kundgebung „Refugees Welcome – Rassistischen Kampagnen gegen Flüchtlinge und Asylsuchende entgegentreten!“

Mittwoch, Januar 29th, 2014

Gegen den NPD-Kundgebungsmarathon am kommenden Samstag, den 01. Februar, findet ab 14 Uhr eine antirassistische Kundgebung an der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Dasbachstr. 19) statt.

Die Kundgebung soll die Solidarität mit den Geflüchteten zeigen und der rassistischen Hetze  der NPD entgegentreten.

Der Treffpunkt zu einem gemeinsamen Spaziergang in die Dasbachstraße ist um 13.00 Uhr am Hauptbahnhof in Trier vor dem Haupteingang.

31.01. – Antifa-Kneipe mit Film „I hate my f*cking Hometown“

Freitag, Januar 24th, 2014

Die erste Antifa-Kneipe im neuen Jahr steht ins Haus. ♥♥♥

Diesmal zeigen wir am 31. Januar 2014 ab 19 Uhr im Infoladen den Film „I hate my f*cking Hometown“ der AFA Youth Cottbus:

Ob die jährliche Nazidemonstration, rassisistische Übergriffe auf ausländische Studenten oder die erschreckend hohe Stimmabgabe für die NPD bei der U18-Wahl – der Rechtsextremismus stellt in Cottbus und Umgebung ein allgegenwertiges Problem dar. Wer in Cottbus aufwächst, wird unwillkürlich mit diesem Thema konfrontiert. Alltagsrassismus und Diskriminierungen gehören für viele Jugendliche zum Aufwachsen dazu.

So haben wir, die AFA-Youth Cottbus, das Projekt „Aufwachsen in Brandenburg“ als Anlass genutzt, um eine Dokumentation über die historische Entwicklung des Rechtsextremismus und der antifaschistischen Jugendkultur in Cottbus von 1990 bis 2013 zu entwickeln. Der Ausgangspunkt ist die Zeit nach der Wende, weil der geselleschaftliche Umbruch und die aufkommende Perspektivlosigkeit bei den Jugendlichen zu einem starken Zulauf zur Rechten Szene führten.

Ob und in wie weit sich die Situation in Cottbus innerhalb der 24 Jahre geändert hat, ist das zentrale Thema der Dokumentation. Interviews mit verschiedenen Personen und Gruppen, die sich gegen Rassismus engagieren, sowie vergessenes Filmmaterial beleuchten wichtige Ereignisse in der Entwicklung. Die unterschiedliche Aktionsformen, die Militanzdebatte und die Effektivität der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einrichtungen werden auch in den Blick genommen. Desweiteren wollen wir die Beweggründe der Gruppen zu ihrem antifaschistischen Engagement vermitteln und mit möglichen Vorurteilen gegenüber der Szene aufräumen. Es werden persönliche Erfahrungen und Geschichten erzählt, als auch ein allgemeiner Einblick in die vielfältige Cottbuser Jugendkultur verschafft.

15.11. – Mobivortrag zur Demo „NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Nazis in Re­ma­gen ent­ge­gen­tre­ten“

Freitag, Oktober 18th, 2013

Am 15. November findet eine Inforveranstaltung zur Demo „NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Nazis in Re­ma­gen ent­ge­gen­tre­ten statt. Die Mobiveranstaltung beginnt um 19 Uhr im Infoladen Trier (Hommerstr. 14, Trier-Süd). Die Demo selbst findet am 23. November in Remagen statt. Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf hierzu:

Ob Dres­den, Bad Nenn­dorf oder auch die Auf­mär­sche für den Hit­ler-​Stell­ver­tre­ter Ru­dolf Heß in Wun­sie­del An­fang der 2000er Jahre: so­ge­nann­te Ge­denk-​ oder Trau­er­auf­mär­sche stel­len mitt­ler­wei­le einen fes­ten und wich­ti­gen Be­stand­teil neo­na­zis­ti­scher Er­leb­nis­kul­tur dar. Auch in Rhein­land-​Pfalz gibt es seit Jah­ren Be­mü­hun­gen, einen sol­chen Auf­marsch in Re­ma­gen, einer Klein­stadt zwi­schen Ko­blenz und Bonn als Sze­ne-​Event zu eta­blie­ren. Wir, das Bünd­nis NS Ver­herr­li­chung stop­pen!, wol­len uns mit den lo­ka­len und ge­samt­deut­schen Op­fer­my­then kri­tisch aus­ein­an­der­set­zen. Vor allem aber wer­den wir dem Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen ent­schlos­sen ent­ge­gen­tre­ten.

Die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“

Am 7. März 1945 konn­ten al­li­ier­te Trup­pen über­ra­schen­der­wei­se die da­ma­li­ge Lu­den­dorff-​Brü­cke, heute viel­mehr als „die Brü­cke von Re­ma­gen“ be­kannt, ein­neh­men. Eine von Wehr­machts­sol­da­ten durch­ge­führ­te Spren­gung miss­glück­te, die Brü­cke hielt vor­erst stand. Die Ein­nah­me der Brü­cke er­mög­lich­te den ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen und be­tei­lig­ten bel­gi­schen und bri­ti­schen Sol­da­ten den ers­ten Vor­stoß über den Rhein und damit ins Zen­trum Na­zi-​Deutsch­lands. Dar­auf fol­gen­de Siege der Al­li­ier­ten und schluss­end­lich die Ka­pi­tu­la­ti­on Na­zi-​Deutsch­lands am 08. Mai 1945 stopp­ten die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Mord­ma­schi­ne­rie. In Folge des­sen er­rich­te­ten die Al­li­ier­ten 18 bis 20 Ge­fan­ge­nen­la­ger, die meis­ten ent­lang des lin­ken Rhein­ufers, zwi­schen Bü­de­rich (bei Wesel, NRW) und Heil­bronn. Diese pro­vi­so­ri­schen Ein­rich­tun­gen dien­ten als Sam­mel­stel­le für un­ter­schied­li­che Ge­fan­ge­ne und hat­ten die Funk­ti­on eines „Durch­gangs­la­gers“. So be­stand das so­ge­nann­te „Rhein­wie­sen­la­ger“ in Re­ma­gen nur zwi­schen April und Ende Juni 1945. Durch die kurz­fris­ti­ge Er­rich­tung der Lager, waren die Ver­sor­gungs­la­ge und die hy­gie­ni­schen Zu­stän­de an­fangs schlecht, bes­ser­ten sich dann al­ler­dings schnell. Dies muss aber im Kon­text zu den un­mit­tel­ba­ren Fol­gen des Krie­ges, wie wo­chen­lan­ger Un­ter­ernäh­rung, Er­schöp­fung, den dar­aus re­sul­tie­ren­den Krank­hei­ten und der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­knapp­heit nach Kriegs­en­de ge­se­hen wer­den. Im Re­ma­ge­ner Rhein­wie­sen­la­ger sind knapp 1200 Tote be­legt, wel­che auch auf Fried­hö­fen in der Ge­gend um Re­ma­gen be­er­digt sind. Nach se­riö­sen Rech­nun­gen sind in allen so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­gern“ ins­ge­samt zwi­schen 5.​000 und 10.​000 In­sas­sen ums Leben ge­kom­men.¹ Diese Zahl ist dabei in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­an­zahl von etwa 1.​000.​000 Ge­fan­ge­nen zu be­trach­ten.

Die Na­zi­auf­mär­sche und das deut­sche „Ge­den­ken“

Neo­na­zis aus der Re­gi­on haben be­reits vor Jah­ren die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ für sich ent­deckt. Ein ers­ter, an­ge­mel­de­ter Auf­marsch fand sym­bo­lisch am 08. Mai 2005 statt. In den Jah­ren dar­auf gab es in Re­ma­gen und den um­lie­gen­den Orten durch die Neo­na­zis klei­ne­re Ak­tio­nen. Seit 2009 gibt es dar­über hin­aus wie­der einen kon­ti­nu­ier­li­chen Auf­marsch, je­weils um den Volkstrau­er­tag herum.

Fe­der­füh­rend bei der Or­ga­ni­sa­ti­on sind, neben dem lang­jäh­ri­gen An­mel­der Chris­ti­an Mal­coci und Ralph Te­ge­t­hoff, vor allem Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein. Te­ge­t­hoff ist eine Füh­rungs­fi­gur der mi­li­tan­ten Neo­na­zis in Deutsch­land und Chef der Ka­me­rad­schaft Sturm 08/12 aus dem Raum Bonn/Sieg­burg. Ent­schei­den­de Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein waren die Füh­rungs­ka­der Sven Lo­beck aus Mül­heim-​Kär­lich bei Ko­blenz und Chris­ti­an Häger aus Bad Neue­nahr-​Ahr­wei­ler. Seit­dem sich das ehe­ma­li­ge Ak­ti­ons­bü­ro Mit­tel­rhein wegen des Ver­dachts auf Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss, über­neh­men ins­be­son­de­re Kader der Na­zi-​Kleinst­par­tei „Die Rech­te“ lo­gis­ti­sche Auf­ga­ben. „Die Rech­te“ ist aus der nord­rhein-​west­fä­li­schen Ka­me­rad­schafts­sze­ne her­vor­ge­gan­gen. Das Um­feld des ehe­ma­li­gen Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein tritt mitt­ler­wei­le unter dem Label „JN-​Ahr­tal“ als Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on der Neo­na­zi­par­tei NPD auf. Der Auf­marsch in Re­ma­gen ent­wi­ckel­te sich in den letz­ten Jah­ren zu einer re­gel­mä­ßi­gen Ver­an­stal­tung mit 200-​300 Teil­neh­me­rIn­nen, und damit zum größ­ten Na­zi­auf­marsch zwi­schen Köln und Frank­furt. Somit ist der Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen zur größ­ten jähr­lich statt­fin­den­den Ak­ti­on der Na­zi­sze­ne in Rhein­land-​Pfalz ge­wor­den. Im Jahr 2012 brö­ckel­te der Auf­marsch, nicht zu­letzt be­dingt durch staat­li­che Re­pres­si­on gegen die mi­li­tan­te Ka­me­rad­schafts­sze­ne in NRW und dem nörd­li­chen Rhein­land-​Pfalz, auf 160 Teil­neh­me­rIn­nen.

Die Neo­na­zis sti­li­sie­ren bei ihrem Auf­marsch die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ zu „Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern“ der Al­li­ier­ten, in denen sys­te­ma­tisch Deut­sche er­mor­det wor­den seien. Die von ihnen her­bei hal­lu­zi­nier­te Zahl von über einer Mil­lio­nen To­des­op­fern be­weist schon in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­zahl der in den „Rhein­wie­sen­la­gern“ in­ter­nier­ten Ge­fan­ge­nen reich­lich Ab­sur­di­tät. In bes­ter re­vi­sio­nis­ti­scher Ma­nier, set­zen sie den deut­schen Kriegs­ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und der mil­lio­nen­fach be­gan­ge­nen ad­mi­nis­tra­ti­ven Ver­nich­tung von Men­schen einen, an­geb­lich von Al­li­ier­ten in­iti­ier­ten Ge­no­zid ähn­li­chen Um­fangs ent­ge­gen.

Dass sich die Nazis dem Thema der „Rhein­wie­sen­la­ger“ an­neh­men kön­nen, um die­ses szen­ein­tern als Mo­bi­li­sie­rungs­po­ten­zi­al aus­zu­schlach­ten, ist lo­gisch. Den­noch bie­tet die The­ma­tik, wenn auch nicht die Form des „Ge­den­kens“ durch Auf­mär­sche und plum­pe NS-​Ver­herr­li­chung, Mög­lich­kei­ten, in­halt­lich ins lo­ka­le, bür­ger­li­che Spek­trum hin­ein an­zu­schlie­ßen. Ins­be­son­de­re in der lo­ka­len Er­in­ne­rungs­kul­tur in den Re­gio­nen um die „Rhein­wie­sen­la­ger“ herum, ran­ken und näh­ren sich seit Kriegs­en­de zahl­rei­che My­then um Leid und Kriegs­ge­fan­gen­schaft. In Re­ma­gen kon­kret, bil­de­ten sich sol­che My­then rund um die von dem NS-​Bild­hau­er Adolf Wam­per und In­sas­sen des „Rhein­wie­sen­la­gers“ ent­wor­fe­ne Lehm­fi­gur „Schwar­ze Ma­don­na“. Diese wird ein­mal jähr­lich in einer Ka­pel­le in un­mit­tel­ba­rer Nähe zur „Mah­nung“ an das ehe­ma­li­ge „Rhein­wie­sen­la­ger“ aus­ge­stellt. Das bür­ger­li­che Ge­den­ken in Re­ma­gen muss dabei auch im Kon­text des bun­des­deut­schen Er­in­ne­rungs­dis­kur­ses be­trach­tet wer­den: Unter dem Deck­man­tel von „Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit“ und hu­ma­ni­tä­ren Be­grün­dun­gen soll im Land der selbst­er­nann­ten ge­läu­ter­ten Er­in­ne­rungs­welt­meis­ter zu­neh­mend auch kon­stru­ier­ten deut­schen Op­fern ge­dacht wer­den. Die Ur­sa­che, der deut­sche An­griffs-​ und Ver­nich­tungs­krieg, wel­cher für die Deut­schen erst in Kriegs­ge­fan­gen­schaft mün­de­te, wird tem­po­rär aus­ge­blen­det. Oft wird dabei im End­ef­fekt Schuld und Leid ab­ge­rech­net, und Bom­ben auf deut­sche Städ­te mit dem in­dus­tri­el­len Mas­sen­mord ver­gli­chen. Deut­sche Tä­te­rIn­nen und die da­ma­li­ge „Volks­ge­mein­schaft“ wer­den somit nach­träg­lich als Opfer re­ha­bi­li­tiert.

23.​November – Den Nazis ent­ge­gen­tre­ten! In der Pro­vinz! In Re­ma­gen!

Wir wol­len es nicht hin­neh­men, dass im fünf­ten Jahr in Folge Neo­na­zis in Re­ma­gen weit­ge­hend un­ge­stört auf­mar­schie­ren kön­nen. An­ti­fa­schis­ti­sche Ge­gen­pro­tes­te vor Ort wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kri­mi­na­li­siert und klein ge­hal­ten.² Damit muss Schluss sein! Wir wer­den am 23. No­vem­ber 2013 so­li­da­risch mit den fort­schritt­li­chen Tei­len der Zi­vil­ge­sell­schaft und ak­ti­ven Na­zi­geg­nern in der Pro­vinz dem Na­zi­auf­marsch ent­ge­gen­tre­ten. Ge­ra­de des­halb wer­den wir auch Teile des lo­ka­len Ge­den­kens kri­ti­sie­ren. Ohne die Re­fle­xi­on der Be­din­gun­gen und Ver­hält­nis­se, die zu deut­schem Grö­ßen-​ und Ras­sen­wahn führ­ten und als eine deren Folge die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ ent­stan­den, ist eine ehr­li­che und schließ­lich eman­zi­pa­to­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem deut­schen Na­tio­nal­so­zia­lis­mus nicht mög­lich.

Kommt am 23. No­vem­ber zur an­ti­fa­schis­ti­schen Demo und zum an­schlie­ßen­den Pro­test gegen den Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen! NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Deut­sche My­then ins Wan­ken brin­gen! Gegen jeden Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus!

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1: Rü­di­ger Overmans (1995): Die Rhein­wie­sen­la­ger 1945, in: Hans-​Erich Volk­mann (Hrsg.): Ende des Drit­ten Rei­ches, Ende des Zwei­ten Welt­kriegs. Eine per­spek­ti­vi­sche Rück­schau.
2: In Folge des Na­zi­auf­mar­sches 2010 kam es zu mas­si­ver Re­pres­si­on gegen An­ti­fa­schis­tIn­nen, die zu zwei Ge­richts­ver­fah­ren führ­te. Mehr Infos: www.​remagensoli.​blogsport.​de

Vortrag „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Asylbewerber*innen“

Donnerstag, Oktober 17th, 2013

Unter dem Titel „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Asylbewerber*innen“ veranstaltet das Multikulturelles Zentrum Trier einen Vortrag am kommenden Mittwoch, den 23. Oktober 2013, ab 18:00 im Konferenzraum im Mehrgenerationenhaus (Balduinstr. 6, Trier).

„Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“ – fast die Hälfte aller Deutschen stimmten im Jahr 2011 dieser Aussage eher oder voll und ganz zu. 47% der Befragten meinten außerdem, „die meisten Asylbewerber befürchten nicht wirklich, in ihrem Heimatland verfolgt zu werden“ und nur rund ein Viertel aller Deutschen ist der Ansicht, „Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein“. Der Vortrag berichtet von Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere mit Blick auf Einwanderern und Asylsuchenden. Grundlage ist die gleichnamige 10-jährige Langzeitstudie, die von 2002-2011 an der Universität Bielefeld durchgeführt wurde. Im Vergleich zu etlichen unseren europäischen Nachbarländen, scheint das Verständnis einer vielfältigen Gesellschaft in Deutschland unterentwickelt zu sein. Es gilt, gesellschaftlichen Zusammenhalt in Vielfalt zu denken und ausgrenzende Populismen zu enttarnen.

Vortrag von Prof. Dr. Beate Küpper
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld.
Projektleitung: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland“.

Break the Silence – Fight Sexism! – Antisexistische Themenstage in Trier

Mittwoch, Oktober 16th, 2013

breakthesilence_trierVom 21. Oktober bis zum 15. November veranstaltet die Feministische Aktion Trier (F.A.T.), unter anderem in Kooperation mit der Autonomen Antifa, antisexistische Thementage unter dem Motto „Break the Silence – Fight Sexism!“. Das vielfältige Programm umfasst Vorträge, Diskussionen, Filmabend, Workshops und eine Abschlussparty.

21.​10. Po­di­ums­dis­kus­si­on
zum Thema “Se­xis­mus im All­tag?!”
im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus

22.​10. Vor­trag
“Ge­schlech­ter­bil­der in der ex­tre­men Rech­ten”
Männ­lich­keit(en) und Weib­lich­keit(en) in der Neo­na­zi­sze­ne
im In­fo­la­den Trier

25.-27.​10. Se­mi­nar
“Awe­ar­ness­groups”
in der Schein­bar der KSJ Trier

28.​10. Vor­trag
“Se­xua­li­sier­te Ge­walt”
im Raum B22 an der Uni­ver­si­tät Trier

04.​11. Vor­trag
“Ka­pi­ta­lis­mus und Pa­tri­ar­chat”
Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se als Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se
im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus

06.​11. Vor­trag
“Gleich­be­rech­ti­gungs­kri­tik (Ar­beits­ti­tel)
im Raum B14 an der Uni­ver­si­tät Trier

11.​11. Vor­trag
“Gleich­be­rech­tig­ter He­te­ro­sex* vor der Hin­ter­grund hier­ar­chi­scher Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se“
im Raum B22 an der Uni­ver­si­tät Trier

13.​11. Film­vor­füh­rung
im In­fo­la­den Trier

15.​11. Party
„We Break the Si­lence“
in der Villa Wuller

Alle Ver­an­stal­tun­gen – bis auf die Party – be­gin­nen um 18 Uhr! Detaillierte Beschreibungen könnt ihr der Homepage entnehmen.