Neonazis mit Fackeln vor Asylheim und prügelnde PolizistInnen

+ GegendemonstrantInnen werden von Neonazis angegriffen + NPD darf mit Fackeln vor Asylheim demonstrieren + Polizei geht mit Gewalt gegen Demonstrierende vor +

Am Samstag, den 01.02., im Zeitraum von 14 bis 21 Uhr hatten Anhänger der NPD in Trier sieben Kundgebungen an verschiedenen Orten in der Stadt angemeldet. Wie bei den letzten beiden mobilen Kundgebungen war auch dieses mal nicht bekannt, wann die NPD welchen Kundgebungsort anfahren würde. Die Neonazis steuerten letztlich ab 17 Uhr außer der Porta Nigra nur Trier West und die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Trier Nord an. Bereits an der Porta Nigra kam es zu einem Angriff von mehreren Neonazis, die verspätet zur Kundgebung der NPD kamen und dabei versuchten GegendemonstrantInnen von hinten zu attackieren. Bei der Verteidigung gegen diesen Angriff wurde ein Neonazi verletzt und es kam vorübergehend zu Festnahmen. Die Aggression ging eindeutig von den ankommenden Neonazis aus, die aus Richtung der Porta Nigra auf GegendemonstrantInnen zu liefen und diese angriffen.

Nachdem die NPD ihre Kundgebung an der Porta beendet hatte, fuhren sie weiter nach Trier West und anschließend zur AfA in Trier Nord. Dort positionierten sie sich direkt vor der Aufnahmeeinrichtung mit Fackeln. GegendemonstrantInnen forderten die Polizei mehrmals erfolglos auf die Fackeln der Neonazis zu entfernen. Als dann eine größere Gruppe von DemonstrantInnen versuchte die Absperrung der Polizei zu durchbrechen, um zu den Neonazis zu gelangen, setzte die Polizei Pefferspray ein und schlug mehreren Demonstrierenden ins Gesicht. Hierdurch wurden mindestens 10 Menschen verletzt.

„Es kann nicht toleriert werden, dass Neonazis mit Fackeln vor einem Asylheim demonstrieren dürfen und dabei ihre Hetze gegen Asylsuchende verbreiten“ so Bettina Hause, Pressesprecherin der Autonomen Antifa Trier (AAT). „Dass die Polizei es vorzieht mit Faustschlägen und Pefferspray gegen linke DemonstrantInnen vorzugehen anstatt einem dutzend Neonazis das Fackeltragen zu untersagen, ist politisch ein Skandal“ so Hause weiter. Bereits in der Vergangenheit versuchte die NPD mit Fackeln zu demonstrieren, so zum Beispiel am 09. November, dem Tag der Reichspogromnacht. Damals war ihnen dies von der Stadt aufgrund des historischen Datums verboten worden.

Die Kundgebung des Vereins „Buntes Trier“ an der AfA verlief friedlich. Die DemonstrantInnen hielten sich insgesamt sieben Stunden im Hof der AfA auf, hielten Redebeiträge und spielten Musik. Die Geflüchteten beteiligten sich an der Kundgebung sowie an den Protesten gegen die NPD.

„Die Taktik der NPD in der ganzen Stadt Kundgebungen anzumelden ohne zeitliche Angaben zu machen ist nicht hinnehmbar“, betont die Pressesprecherin der AAT. „Das Ordnungsamt war in der Vergangenheit mehrmals nicht dazu bereit die NPD auf einen zeitlichen Ablaufplan festzulegen. Das macht es unmöglich angemessen auf die NPD zu reagieren und verhindert einen erfolgreichen Protest von zivilgesellschaftlichen Gruppen. Zu diesem Verhalten des Ordnungsamtes und der NPD Trier muss es endlich Konsequenzen aus der Politik geben!“ so Bettina Hause weiter.

Die NPD hatte in der Vergangenheit immer wieder kleine Kundgebungen in der Stadt angemeldet, die erst kurzfristig bekannt wurden.

Kundgebung „Refugees Welcome – Rassistischen Kampagnen gegen Flüchtlinge und Asylsuchende entgegentreten!“

Gegen den NPD-Kundgebungsmarathon am kommenden Samstag, den 01. Februar, findet ab 14 Uhr eine antirassistische Kundgebung an der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Dasbachstr. 19) statt.

Die Kundgebung soll die Solidarität mit den Geflüchteten zeigen und der rassistischen Hetze  der NPD entgegentreten.

Der Treffpunkt zu einem gemeinsamen Spaziergang in die Dasbachstraße ist um 13.00 Uhr am Hauptbahnhof in Trier vor dem Haupteingang.

NPD Kundgebungsmarathon am kommenden Samstag

Für kommenden Samstag, den 1. Februrar 2014, hat die NPD Trier mal wieder einen Kundgebungsmarathon in Trier angemeldet. Von 14 bis 21 Uhr wollen sie angeblich an folgenden Orten ihre faschistische Hetze kundtun:

  • Trier Süd Südbahnhof
  • Pfalzeler Straße
  • Ruwer, Im Paulinsgarten
  • Viehmarkt
  • Ehrang Peter Roth Platz
  • Trier West, Westapotheke
  • Porta Nigra, Commerzbank
  • Dassbachstraße, Einfahrt AfA
  • Euren Sparkasse
  • Euren, General Seidel Kaserne
  • HBF, Heitkamphaus

Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren, dass Babics Wanderzirkus wahrscheinlich weder den komplette Zeitraum ausschöpfen noch alle Orte besuchen wird.

Infos zu geplanten Gegenaktivitäten bekommt ihr sobald wie möglich hier, auf Facebook bzw. am Freitag bei der Antifa-Kneipe.

31.01. – Antifa-Kneipe mit Film „I hate my f*cking Hometown“

Die erste Antifa-Kneipe im neuen Jahr steht ins Haus. ♥♥♥

Diesmal zeigen wir am 31. Januar 2014 ab 19 Uhr im Infoladen den Film „I hate my f*cking Hometown“ der AFA Youth Cottbus:

Ob die jährliche Nazidemonstration, rassisistische Übergriffe auf ausländische Studenten oder die erschreckend hohe Stimmabgabe für die NPD bei der U18-Wahl – der Rechtsextremismus stellt in Cottbus und Umgebung ein allgegenwertiges Problem dar. Wer in Cottbus aufwächst, wird unwillkürlich mit diesem Thema konfrontiert. Alltagsrassismus und Diskriminierungen gehören für viele Jugendliche zum Aufwachsen dazu.

So haben wir, die AFA-Youth Cottbus, das Projekt „Aufwachsen in Brandenburg“ als Anlass genutzt, um eine Dokumentation über die historische Entwicklung des Rechtsextremismus und der antifaschistischen Jugendkultur in Cottbus von 1990 bis 2013 zu entwickeln. Der Ausgangspunkt ist die Zeit nach der Wende, weil der geselleschaftliche Umbruch und die aufkommende Perspektivlosigkeit bei den Jugendlichen zu einem starken Zulauf zur Rechten Szene führten.

Ob und in wie weit sich die Situation in Cottbus innerhalb der 24 Jahre geändert hat, ist das zentrale Thema der Dokumentation. Interviews mit verschiedenen Personen und Gruppen, die sich gegen Rassismus engagieren, sowie vergessenes Filmmaterial beleuchten wichtige Ereignisse in der Entwicklung. Die unterschiedliche Aktionsformen, die Militanzdebatte und die Effektivität der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einrichtungen werden auch in den Blick genommen. Desweiteren wollen wir die Beweggründe der Gruppen zu ihrem antifaschistischen Engagement vermitteln und mit möglichen Vorurteilen gegenüber der Szene aufräumen. Es werden persönliche Erfahrungen und Geschichten erzählt, als auch ein allgemeiner Einblick in die vielfältige Cottbuser Jugendkultur verschafft.

15.11. – Mobivortrag zur Demo „NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Nazis in Re­ma­gen ent­ge­gen­tre­ten“

Am 15. November findet eine Inforveranstaltung zur Demo „NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Nazis in Re­ma­gen ent­ge­gen­tre­ten statt. Die Mobiveranstaltung beginnt um 19 Uhr im Infoladen Trier (Hommerstr. 14, Trier-Süd). Die Demo selbst findet am 23. November in Remagen statt. Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf hierzu:

Ob Dres­den, Bad Nenn­dorf oder auch die Auf­mär­sche für den Hit­ler-​Stell­ver­tre­ter Ru­dolf Heß in Wun­sie­del An­fang der 2000er Jahre: so­ge­nann­te Ge­denk-​ oder Trau­er­auf­mär­sche stel­len mitt­ler­wei­le einen fes­ten und wich­ti­gen Be­stand­teil neo­na­zis­ti­scher Er­leb­nis­kul­tur dar. Auch in Rhein­land-​Pfalz gibt es seit Jah­ren Be­mü­hun­gen, einen sol­chen Auf­marsch in Re­ma­gen, einer Klein­stadt zwi­schen Ko­blenz und Bonn als Sze­ne-​Event zu eta­blie­ren. Wir, das Bünd­nis NS Ver­herr­li­chung stop­pen!, wol­len uns mit den lo­ka­len und ge­samt­deut­schen Op­fer­my­then kri­tisch aus­ein­an­der­set­zen. Vor allem aber wer­den wir dem Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen ent­schlos­sen ent­ge­gen­tre­ten.

Die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“

Am 7. März 1945 konn­ten al­li­ier­te Trup­pen über­ra­schen­der­wei­se die da­ma­li­ge Lu­den­dorff-​Brü­cke, heute viel­mehr als „die Brü­cke von Re­ma­gen“ be­kannt, ein­neh­men. Eine von Wehr­machts­sol­da­ten durch­ge­führ­te Spren­gung miss­glück­te, die Brü­cke hielt vor­erst stand. Die Ein­nah­me der Brü­cke er­mög­lich­te den ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen und be­tei­lig­ten bel­gi­schen und bri­ti­schen Sol­da­ten den ers­ten Vor­stoß über den Rhein und damit ins Zen­trum Na­zi-​Deutsch­lands. Dar­auf fol­gen­de Siege der Al­li­ier­ten und schluss­end­lich die Ka­pi­tu­la­ti­on Na­zi-​Deutsch­lands am 08. Mai 1945 stopp­ten die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Mord­ma­schi­ne­rie. In Folge des­sen er­rich­te­ten die Al­li­ier­ten 18 bis 20 Ge­fan­ge­nen­la­ger, die meis­ten ent­lang des lin­ken Rhein­ufers, zwi­schen Bü­de­rich (bei Wesel, NRW) und Heil­bronn. Diese pro­vi­so­ri­schen Ein­rich­tun­gen dien­ten als Sam­mel­stel­le für un­ter­schied­li­che Ge­fan­ge­ne und hat­ten die Funk­ti­on eines „Durch­gangs­la­gers“. So be­stand das so­ge­nann­te „Rhein­wie­sen­la­ger“ in Re­ma­gen nur zwi­schen April und Ende Juni 1945. Durch die kurz­fris­ti­ge Er­rich­tung der Lager, waren die Ver­sor­gungs­la­ge und die hy­gie­ni­schen Zu­stän­de an­fangs schlecht, bes­ser­ten sich dann al­ler­dings schnell. Dies muss aber im Kon­text zu den un­mit­tel­ba­ren Fol­gen des Krie­ges, wie wo­chen­lan­ger Un­ter­ernäh­rung, Er­schöp­fung, den dar­aus re­sul­tie­ren­den Krank­hei­ten und der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­knapp­heit nach Kriegs­en­de ge­se­hen wer­den. Im Re­ma­ge­ner Rhein­wie­sen­la­ger sind knapp 1200 Tote be­legt, wel­che auch auf Fried­hö­fen in der Ge­gend um Re­ma­gen be­er­digt sind. Nach se­riö­sen Rech­nun­gen sind in allen so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­gern“ ins­ge­samt zwi­schen 5.​000 und 10.​000 In­sas­sen ums Leben ge­kom­men.¹ Diese Zahl ist dabei in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­an­zahl von etwa 1.​000.​000 Ge­fan­ge­nen zu be­trach­ten.

Die Na­zi­auf­mär­sche und das deut­sche „Ge­den­ken“

Neo­na­zis aus der Re­gi­on haben be­reits vor Jah­ren die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ für sich ent­deckt. Ein ers­ter, an­ge­mel­de­ter Auf­marsch fand sym­bo­lisch am 08. Mai 2005 statt. In den Jah­ren dar­auf gab es in Re­ma­gen und den um­lie­gen­den Orten durch die Neo­na­zis klei­ne­re Ak­tio­nen. Seit 2009 gibt es dar­über hin­aus wie­der einen kon­ti­nu­ier­li­chen Auf­marsch, je­weils um den Volkstrau­er­tag herum.

Fe­der­füh­rend bei der Or­ga­ni­sa­ti­on sind, neben dem lang­jäh­ri­gen An­mel­der Chris­ti­an Mal­coci und Ralph Te­ge­t­hoff, vor allem Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein. Te­ge­t­hoff ist eine Füh­rungs­fi­gur der mi­li­tan­ten Neo­na­zis in Deutsch­land und Chef der Ka­me­rad­schaft Sturm 08/12 aus dem Raum Bonn/Sieg­burg. Ent­schei­den­de Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein waren die Füh­rungs­ka­der Sven Lo­beck aus Mül­heim-​Kär­lich bei Ko­blenz und Chris­ti­an Häger aus Bad Neue­nahr-​Ahr­wei­ler. Seit­dem sich das ehe­ma­li­ge Ak­ti­ons­bü­ro Mit­tel­rhein wegen des Ver­dachts auf Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss, über­neh­men ins­be­son­de­re Kader der Na­zi-​Kleinst­par­tei „Die Rech­te“ lo­gis­ti­sche Auf­ga­ben. „Die Rech­te“ ist aus der nord­rhein-​west­fä­li­schen Ka­me­rad­schafts­sze­ne her­vor­ge­gan­gen. Das Um­feld des ehe­ma­li­gen Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein tritt mitt­ler­wei­le unter dem Label „JN-​Ahr­tal“ als Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on der Neo­na­zi­par­tei NPD auf. Der Auf­marsch in Re­ma­gen ent­wi­ckel­te sich in den letz­ten Jah­ren zu einer re­gel­mä­ßi­gen Ver­an­stal­tung mit 200-​300 Teil­neh­me­rIn­nen, und damit zum größ­ten Na­zi­auf­marsch zwi­schen Köln und Frank­furt. Somit ist der Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen zur größ­ten jähr­lich statt­fin­den­den Ak­ti­on der Na­zi­sze­ne in Rhein­land-​Pfalz ge­wor­den. Im Jahr 2012 brö­ckel­te der Auf­marsch, nicht zu­letzt be­dingt durch staat­li­che Re­pres­si­on gegen die mi­li­tan­te Ka­me­rad­schafts­sze­ne in NRW und dem nörd­li­chen Rhein­land-​Pfalz, auf 160 Teil­neh­me­rIn­nen.

Die Neo­na­zis sti­li­sie­ren bei ihrem Auf­marsch die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ zu „Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern“ der Al­li­ier­ten, in denen sys­te­ma­tisch Deut­sche er­mor­det wor­den seien. Die von ihnen her­bei hal­lu­zi­nier­te Zahl von über einer Mil­lio­nen To­des­op­fern be­weist schon in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­zahl der in den „Rhein­wie­sen­la­gern“ in­ter­nier­ten Ge­fan­ge­nen reich­lich Ab­sur­di­tät. In bes­ter re­vi­sio­nis­ti­scher Ma­nier, set­zen sie den deut­schen Kriegs­ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und der mil­lio­nen­fach be­gan­ge­nen ad­mi­nis­tra­ti­ven Ver­nich­tung von Men­schen einen, an­geb­lich von Al­li­ier­ten in­iti­ier­ten Ge­no­zid ähn­li­chen Um­fangs ent­ge­gen.

Dass sich die Nazis dem Thema der „Rhein­wie­sen­la­ger“ an­neh­men kön­nen, um die­ses szen­ein­tern als Mo­bi­li­sie­rungs­po­ten­zi­al aus­zu­schlach­ten, ist lo­gisch. Den­noch bie­tet die The­ma­tik, wenn auch nicht die Form des „Ge­den­kens“ durch Auf­mär­sche und plum­pe NS-​Ver­herr­li­chung, Mög­lich­kei­ten, in­halt­lich ins lo­ka­le, bür­ger­li­che Spek­trum hin­ein an­zu­schlie­ßen. Ins­be­son­de­re in der lo­ka­len Er­in­ne­rungs­kul­tur in den Re­gio­nen um die „Rhein­wie­sen­la­ger“ herum, ran­ken und näh­ren sich seit Kriegs­en­de zahl­rei­che My­then um Leid und Kriegs­ge­fan­gen­schaft. In Re­ma­gen kon­kret, bil­de­ten sich sol­che My­then rund um die von dem NS-​Bild­hau­er Adolf Wam­per und In­sas­sen des „Rhein­wie­sen­la­gers“ ent­wor­fe­ne Lehm­fi­gur „Schwar­ze Ma­don­na“. Diese wird ein­mal jähr­lich in einer Ka­pel­le in un­mit­tel­ba­rer Nähe zur „Mah­nung“ an das ehe­ma­li­ge „Rhein­wie­sen­la­ger“ aus­ge­stellt. Das bür­ger­li­che Ge­den­ken in Re­ma­gen muss dabei auch im Kon­text des bun­des­deut­schen Er­in­ne­rungs­dis­kur­ses be­trach­tet wer­den: Unter dem Deck­man­tel von „Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit“ und hu­ma­ni­tä­ren Be­grün­dun­gen soll im Land der selbst­er­nann­ten ge­läu­ter­ten Er­in­ne­rungs­welt­meis­ter zu­neh­mend auch kon­stru­ier­ten deut­schen Op­fern ge­dacht wer­den. Die Ur­sa­che, der deut­sche An­griffs-​ und Ver­nich­tungs­krieg, wel­cher für die Deut­schen erst in Kriegs­ge­fan­gen­schaft mün­de­te, wird tem­po­rär aus­ge­blen­det. Oft wird dabei im End­ef­fekt Schuld und Leid ab­ge­rech­net, und Bom­ben auf deut­sche Städ­te mit dem in­dus­tri­el­len Mas­sen­mord ver­gli­chen. Deut­sche Tä­te­rIn­nen und die da­ma­li­ge „Volks­ge­mein­schaft“ wer­den somit nach­träg­lich als Opfer re­ha­bi­li­tiert.

23.​November – Den Nazis ent­ge­gen­tre­ten! In der Pro­vinz! In Re­ma­gen!

Wir wol­len es nicht hin­neh­men, dass im fünf­ten Jahr in Folge Neo­na­zis in Re­ma­gen weit­ge­hend un­ge­stört auf­mar­schie­ren kön­nen. An­ti­fa­schis­ti­sche Ge­gen­pro­tes­te vor Ort wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kri­mi­na­li­siert und klein ge­hal­ten.² Damit muss Schluss sein! Wir wer­den am 23. No­vem­ber 2013 so­li­da­risch mit den fort­schritt­li­chen Tei­len der Zi­vil­ge­sell­schaft und ak­ti­ven Na­zi­geg­nern in der Pro­vinz dem Na­zi­auf­marsch ent­ge­gen­tre­ten. Ge­ra­de des­halb wer­den wir auch Teile des lo­ka­len Ge­den­kens kri­ti­sie­ren. Ohne die Re­fle­xi­on der Be­din­gun­gen und Ver­hält­nis­se, die zu deut­schem Grö­ßen-​ und Ras­sen­wahn führ­ten und als eine deren Folge die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ ent­stan­den, ist eine ehr­li­che und schließ­lich eman­zi­pa­to­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem deut­schen Na­tio­nal­so­zia­lis­mus nicht mög­lich.

Kommt am 23. No­vem­ber zur an­ti­fa­schis­ti­schen Demo und zum an­schlie­ßen­den Pro­test gegen den Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen! NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Deut­sche My­then ins Wan­ken brin­gen! Gegen jeden Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus!

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1: Rü­di­ger Overmans (1995): Die Rhein­wie­sen­la­ger 1945, in: Hans-​Erich Volk­mann (Hrsg.): Ende des Drit­ten Rei­ches, Ende des Zwei­ten Welt­kriegs. Eine per­spek­ti­vi­sche Rück­schau.
2: In Folge des Na­zi­auf­mar­sches 2010 kam es zu mas­si­ver Re­pres­si­on gegen An­ti­fa­schis­tIn­nen, die zu zwei Ge­richts­ver­fah­ren führ­te. Mehr Infos: www.​remagensoli.​blogsport.​de

Vortrag „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Asylbewerber*innen“

Unter dem Titel „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Asylbewerber*innen“ veranstaltet das Multikulturelles Zentrum Trier einen Vortrag am kommenden Mittwoch, den 23. Oktober 2013, ab 18:00 im Konferenzraum im Mehrgenerationenhaus (Balduinstr. 6, Trier).

„Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“ – fast die Hälfte aller Deutschen stimmten im Jahr 2011 dieser Aussage eher oder voll und ganz zu. 47% der Befragten meinten außerdem, „die meisten Asylbewerber befürchten nicht wirklich, in ihrem Heimatland verfolgt zu werden“ und nur rund ein Viertel aller Deutschen ist der Ansicht, „Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein“. Der Vortrag berichtet von Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere mit Blick auf Einwanderern und Asylsuchenden. Grundlage ist die gleichnamige 10-jährige Langzeitstudie, die von 2002-2011 an der Universität Bielefeld durchgeführt wurde. Im Vergleich zu etlichen unseren europäischen Nachbarländen, scheint das Verständnis einer vielfältigen Gesellschaft in Deutschland unterentwickelt zu sein. Es gilt, gesellschaftlichen Zusammenhalt in Vielfalt zu denken und ausgrenzende Populismen zu enttarnen.

Vortrag von Prof. Dr. Beate Küpper
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld.
Projektleitung: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland“.

Break the Silence – Fight Sexism! – Antisexistische Themenstage in Trier

breakthesilence_trierVom 21. Oktober bis zum 15. November veranstaltet die Feministische Aktion Trier (F.A.T.), unter anderem in Kooperation mit der Autonomen Antifa, antisexistische Thementage unter dem Motto „Break the Silence – Fight Sexism!“. Das vielfältige Programm umfasst Vorträge, Diskussionen, Filmabend, Workshops und eine Abschlussparty.

21.​10. Po­di­ums­dis­kus­si­on
zum Thema “Se­xis­mus im All­tag?!”
im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus

22.​10. Vor­trag
“Ge­schlech­ter­bil­der in der ex­tre­men Rech­ten”
Männ­lich­keit(en) und Weib­lich­keit(en) in der Neo­na­zi­sze­ne
im In­fo­la­den Trier

25.-27.​10. Se­mi­nar
“Awe­ar­ness­groups”
in der Schein­bar der KSJ Trier

28.​10. Vor­trag
“Se­xua­li­sier­te Ge­walt”
im Raum B22 an der Uni­ver­si­tät Trier

04.​11. Vor­trag
“Ka­pi­ta­lis­mus und Pa­tri­ar­chat”
Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se als Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se
im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­haus

06.​11. Vor­trag
“Gleich­be­rech­ti­gungs­kri­tik (Ar­beits­ti­tel)
im Raum B14 an der Uni­ver­si­tät Trier

11.​11. Vor­trag
“Gleich­be­rech­tig­ter He­te­ro­sex* vor der Hin­ter­grund hier­ar­chi­scher Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se“
im Raum B22 an der Uni­ver­si­tät Trier

13.​11. Film­vor­füh­rung
im In­fo­la­den Trier

15.​11. Party
„We Break the Si­lence“
in der Villa Wuller

Alle Ver­an­stal­tun­gen – bis auf die Party – be­gin­nen um 18 Uhr! Detaillierte Beschreibungen könnt ihr der Homepage entnehmen.

Infotelefon und EA für die morgige NPD-Demo

Zur morgigen NPD-Demo in Trier gibt es ein Infotelefon und einen Ermittlungsausschuss (EA) die unter 0176/93758559 erreichbar sind. Angerufen werden kann ab 13 Uhr.

Außerdem gibt es auch bei Twitter Infos: @AfatickerTrier

Vortrag am 19. September: Die extreme Rechte in Rheinland-Pfalz vor der Bundestagswahl

Vortrag in Trier am Donnerstag, dem 19. September:
Bei der kommenden Bundestagswahl werden verschiedene Parteien der extremen Rechten auch in RLP auf den Wahlzetteln stehen. Daher lohnt es sich einen genaueren Blick auf diese Gruppierungen, ihre Inhalte und (Wahlkampf-) Aktivitäten zu werfen. Den Fokus ausschließlich auf die zur Wahl antretenden Parteien zu legen ist jedoch zu eng. Auch die nicht-parteiförmigen Gruppen müssen in eine Analyse einbezogen werden. So funktioniert beispielsweise in einigen Regionen die Zusammenarbeit zwischen NPD und „Freien Kräften“ hervorragend, wenn auch nicht konfliktfrei.
Einen weiteren Schwerpunkt des Vortrags stellt der Prozess gegen das wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagte Aktionsbüro Mittelrhein dar. Vor Gericht stehen hier auch vormals wichtige Aktivisten der NPD, die nun nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Vortrag wird gehalten von einer Referentin des Antifaschistischen Infobüros Rhein-Main.

Der Vortrag ist eine Kooperationsveranstaltung der Autonomen Antifa Trier und des Referat für Antirassismus und Antifaschismus im AStA der Universität Trier.

Der genaue Veranstaltungsort und -beginn werden noch bekannt gegeben!

NPD Wahlkampftour erreicht Trier

VersenkenAm Freitag, dem 23. August, plant die NPD um 10 Uhr eine Kundgebung am Hauptbahnhof in Trier. Die Kundgebung findet im Rahmen der Wahlkampftour der NPD statt. Während dieser Tour veranstaltet die NPD nach eigenen Angaben Kundgebungen in 90 Städten in ganz Deutschland.

Der Verein „Buntes Trier“ hat eine Gegenkundgebung am Hauptbahnhof angemeldet, ebenfalls um 10 Uhr. Nutzt diese als Anlaufpunkt!

Haltet euch auf dem Laufenden – NPD „Flaggschff“ versenken!
Informationen zu bisherigen und geplanten weiteren Kundgebungen findet ihr hier.